Heeresstruktur 1 (1956 – 1959)

1. Oberhalb der Divisionsebene waren damals als „Heerestruppen“ unter anderem
    - neun Panzerjägerbataillone
vorgesehen. Diese Heerestruppen sollten zur Verstärkung der Divisionen in Schwerpunkten eingesetzt werden. Die Aufstellung wurde nicht durchgeführt, es blieb bei der Planung.
Gliederung und Ausrüstung der Heeres-Panzerjägerbataillone wie bei den Divisions-Panzerjägerbataillonen.

2. Division:
Es sollten zunächst sechs Grenadier- und sechs Panzerdivisionen aufgestellt werden, diese Planung wurde Ende 1956 auf sechs Panzerdivisionen, vier Grenadierdivisionen, eine Ge-birgs- und eine Luftlandedivision abgeändert (diese Divisionen zunächst als Kampfgruppen). Jede Division sollte ein gleichgegliedertes Panzerjägerbataillon erhalten mit:
    - Stab/Stabskompanie
    - 3 Panzerjägerkompanien mit zwischen 16 und 22 Panzerjägern. Man experimentierte noch mit 3 oder 4 Zügen pro Kp und 5 oder 6 Panzerjägern pro Zug. Als Ausrüstung waren zunächst amerikanische Kampfpanzer M 47 oder auch M 41 vorgesehen.
    - Versorgungskompanie, damals noch nicht mit der Stabskompanie zusammengelegt.

Auch für das Luftlande-Panzerjägerbataillon 9 (Böblingen) war die Ausstattung mit Kampf-panzern vorgesehen, man untersuchte aber auch bereits eine Ausrüstung mit PzAbw-Lenkraketen auf leichten Panzerfahrzeugen (BREN-Carrier) und mit Leichtgeschützen auf Lkw 0,25 t. Ein lufttransport- oder gar luftlandefähiger Panzerjäger stand damals in der Bun-deswehr nicht zur Verfügung.

Panzerabwehrlenkraketen waren bereits entwickelt (vor allem durch Frankreich), aber in der Truppe noch nicht eingeführt.

Die Divisions-Panzerjägerbataillone wurden nach 1959 aufgelöst und zur Aufstellung von Panzerbataillonen sowie der dann entstehenden Brigade-Panzerjäger-Kompanien herangezogen.

3. Brigade:
Die Heeresstruktur 1 kannte keine Brigadeebene, die Division verfügte nach amerikanischen Vorbild über 3 Kampfgruppenstäbe, denen nach Bedarf Kampftruppen unterstellt werden sollten. Folglich gab es unterhalb der Divisionsebene keine Panzerjägereinheiten.

4. Infanteriebataillone und Panzerabwehr aller Truppen:
In den Grenadier- bzw. Panzergrenadierbataillonen sowie den Gebirgsjägerbataillonen war
    - ein Panzerjägerzug mit 5 Kampfpanzer M-41, eingegliedert in die Stabskompanie, vorgesehen.
Die Luftlande-Jägerbataillone sollten in der Stabskompanie
    - ein Panzerabwehrzug mit 6 Leichtgeschützen 75 mm auf Lkw 0,25 bekommen.
Für die Panzerabwehr aller Truppen waren damals vorhanden:
    - Bazooka 89 mm (US-Modell)
    - Gewehrgranaten (aufsteckbar auf Gewehr G 1)

5. Territoriale Verteidigung / Territorialheer:
Das unter nationalen Kommando verbleibende Territorialheer befand sich damals noch im Aufbau, es existierten nur Stäbe, aber noch kaum Truppe oder Panzerjägereinheiten.