Truppenschule der Panzerjäger

Im Juli 1956 wurde in Bremen – Grohn die „Panzerjägerschule“ aufgestellt, sie verlegte aber bereits im April 1958 nach Munster. Im Februar 1959 wurde die Schule in „Panzerabwehrschule“ umbenannt, gleichzeitig wurde der Auftrag erweitert. Hatte bisher ihre Aufgabe nur darin bestanden, die Ausbildung der ei-genen Truppe zu betreiben, so kam nunmehr die „Panzerabwehr aller Truppen“ hinzu. Man hatte erkannt, daß Panzerabwehr nicht Sache einiger weniger Spezialisten der Waffengattung Panzerjäger sein kann, sondern in allen Truppenteilen ernstgenommen werden muß. Dazu wurden z.B. nunmehr Soldaten aller Teilstreitkräfte (Heer, Marine und Luftwaffe) zu Ausbil-dungsleitern in der Panzernahbekämpfung ausgebildet. Schon 1959 wurde der Raketenjagdpanzer 1 (HS 30 mit PAL SS – 11) erprobt. 1960 wurde die amerikanische Pak-Selbstfahrlafette M-56 (Scorpion) getestet. Dieses lufttransportfähige Fahrzeug hatte die gleiche 90-mm Kanone wie M-47/48, die Leistungen konnten aber doch nicht überzeugen. Ebenfalls 1960 versuchte man, die PzAbwLenkrakete 810 – Cobra durch Montage auf die noch zahlreich vorhandenen BREN-Carrier beweglicher zu machen. Auch dieser Versuch scheiterte, wie nicht anderes zu erwarten, an den völlig unzureichenden Leis-tungen des Trägerfahrzeugs. Die frühen sechziger Jahre brachten eine Reihe von Truppenversuchen durch die Panzerab-wehrschule zur Entwicklung der Kanonen- und Raketenjagdpanzer sowie der Panzerabwehr-Lenkraketensysteme. Am 16. Februar 1963 wurde zum ersten Mal ein Versuchsmodell des Kanonenjagdpanzers vorgestellt.

1963 wurde die bisher an der Infanterieschule in Hammelburg stationierte Mörserinspektion nach Munster verlegt und mit der Panzerabwehrschule zur „Kampftruppenschule III“ verei-nigt. Man wollte mit dieser Maßnahme die Ausbildung für alle bei der Infanterie vorhandenen schweren Waffen zusammenfassen.
1966 fanden Truppenvesuche mit einer mit einem Hilfsantrieb versehenen Pak mit der gering-fügig modifizierten Kanone des KanJgPz statt. Wegen des zu großen Gewichts und der zu geringen Beweglichkeit dieser Waffe verliefen die Versuche letztlich erfolglos. Ebenfalls in diesen Jahren wurde gemeinsam mit der Industrie die Erprobung der PzAbw-Lenkraketen MILAN, HOT und TOW betrieben.

Um vorhandene Ausbildungskapazitäten besser auszulasten, wurde 1972 die Kampftruppen-schule III mit der Kampftruppenschule II (Panzer / Panzergrenadiere) zur Kampftruppenschu-le II/III in Munster fusioniert. Dabei stellte auch die Überlegung eine Rolle, daß Panzerab-wehr im modernen Gefecht nur als System funktioniert, in dem alle Kampftruppen und Kampfunterstützungstruppen mitwirken müssen.

1975 erfolgte schließlich die endgültige Namensgebung in „Kampftruppenschule II“.